
Die Systemtheorie ist eine formale Wissenschaft von der Struktur, den Verknüpfungen und dem Verhalten komplexer Systeme.
Aus der Systemtheorie leiten sich verschiedene Systemmethodiken ab. Diesen liegt eine auf den Erkenntnissen der allgemeinen Systemtheorie basierende Denkweise zugrunde, die als Systemdenken bezeichnet wird.
Zu diesen Erkenntnissen zählen etwa:
Systemdenken ist ein ganzheitliches, prozessorientiertes, interdisziplinäres und pragmatisches Denken; es ist gleichzeitig analytisch und synthetisch orientiert.
Angesichts wachsender Komplexität und Dynamik unserer Welt stossen herkömmliche Modellierungs- und Problemlösungsmethoden zunehmend an Grenzen, die der Multidimensionalität realer Sachverhalte nicht Rechnung tragen.
Optimierungsmodelle mit zu eng gesetzten Systemgrenzen beispielsweise generieren oft Lösungen, die nur kurzfristig attraktiv, langfristig aber kontraproduktiv sind, etwa wenn die ökologische Dimension von ökonomischen Sachverhalten künstlich abgetrennt wird.
Ein System ist etwa wie folgt definiert:
Im Prozessmanagement entsprechend die Elemente den Prozessen und die Relationen den Wechselwirkungen der Prozesse.
Ein Prozess ist ein Satz von in Wechselbeziehungen stehenden Mitteln und Tätigkeiten, die Eingaben in Ergebnisse umgestalten:
Die Abläufe innerhalb eines Unternehmen können durch Prozesse dargestellt werden, bei denen aus Eingaben (Inputs) Ergebnisse (Outputs) erzeugt werden:
Prozesse setzten sich aus dem Kernprozess und Teilprozessen zusammen. Teilprozesse setzen sich ihrerseits aus Prozessen und/oder Einzelschritten zusammen.
Im Rahmen des Prozessmanagements können 3 Schwerpunkte identifiziert werden:
Processmapping beinhaltet das Auffinden aller Ist-Prozesse, die Visualisierung und Beschreibung dieser Prozesse, Hinterlegen von Kennzahlen (Prozesskennzahlensystem) und damit die Schaffung der Grundlage für das Benchmarking und Verbesserung von Prozessketten.
Processdesign und Processanalyses haben stets die Optimierung der Prozesse vor Augen. So müssen die Prozesse an die Anforderungen des Kunden/Markt/Strategie ausgerichtet und die Steigerung von Qualität und Effizienz gewährleistet werden.
Durch die Sicherheit, methodisch richtig vorzugehen wird die Wiederverwendung des Modells und die definierte Verantwortung entlang der Prozesskette sichergestellt.
Prozessmanagement hat zum Ziel die Effizienz bzw. Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens zu erhöhen, in dem der Nutzen aus Sicht des Endkunden in den Vordergrund gestellt wird:
Als Meßgrößen dienen dabei der Output von Prozessen (Prozessergebnis) und die im Prozess gemessenen internen Kenngrößen ("Prozessgrößen").
Der Ausrichten auf den Kundennutzen steht dabei an oberster Stelle (SIPOC-Darstellung mit Kundenanforderungen):
Beim Aufbau vom Prozessmanagementsystemen muß das betrachtete System zunächst definiert und in weiterer Folge schrittweise eingeengt werden ("Top Down"-Ansatz).
Um den Mitarbeitern ihren Beitrag zum System verdeutlichen zu können muß das PMS auf verschiedenen Hierarchien visualisiert werden können. Die dadurch gewonnen Erkenntnisse müssen "bottom-up" wieder in das PMS einfließen.
Nach dem Grad der Detaillierung unterscheidet man verschieden Stufen der Betrachtung. Den gröbsten Überblick über die Prozesslandschaft eines Unternehmens schafft somit die Prozesslandkarte:
Ein ausgeglichenes und erfolgreiches Managementsystem zeichnet sich stets durch ein Maßnahmengleichgewicht folgender 3 Aspekte aus:
Entlang der Wertschöpfungskette (Supply-Chain) werden die erforderlichen Prozesse identifiziert und definiert.
Durch den SIPOC-Ansatz werden zusätzlich Abfolgen festgelegt und Wechselwirkungen aufgezeigt.
Durch Messen und Analysieren der Prozesskennzahlen können dadurch Verbesserungen identifiziert werden.
Diese müssen anschließend umgesetzt werden: Der Prozess wird dann dauerhaft verbessert (Standardisieren), wenn symbolisch mit den dunkelgrünen Keil der neue, verbesserte Prozesslevel fixiert werden kann. Dadurch bleibt die gefundene Optimierung dauerhaft erhalten.
Für die Durchführung und Lenkung dieses Regelkreises müssen Verantwortlichkeiten definiert und entsprechende Resourcen und Verfügbarkeiten der Mitarbeiter sichergestellt werden (Audits):
Achtung auf hochdynamische Prozesse, die über längere Zeit keine Verbesserung aufweisen: Nur wenn die Umsetzung der Verbesserungspotentiale sichergestellt wird (dunkelgrüner Keil) kann eine laufende Systemoptimierung aufrecht erhalten bleiben.