
Bei der Skalierung (= Anzahl der Antwortmöglichkeiten) eines Fragebogens sollten die Auswirkungen auf die spätere Auswertung und Interpretation mitbedacht werden.
Eine ungerade Anzahl begünstigt bei Personen, die sich schwer entscheiden können, möglicherweise die Tendenz, das mittlere Item anzukreuzen und damit eine positive oder negative Aussage zu vermeiden. Das kann unter Umständen, wenn sehr viele Personen „weiß nicht“, „weder noch“ oder „teils teils“ angekreuzt haben, dazu führen, dass das Ergebnis einer Befragung wenig aussagekräftig ist.
Andererseits besteht bei Fragebogen mit einer geraden Zahl von Antwortmöglichkeiten die Gefahr, dass Unentschlossene bei einer Reihe von Items gar nichts ankreuzen.
Bei der Skalierung des Fragebogens sollte man sich also entscheiden, ob einem eine klare Tendenz im Antwortverhalten oder ein möglichst vollständiges Ausfüllen durch möglichst viele Personen (Auch viele „unentschlossene“ Antworten bei bestimmten Items können für die Interpretation durchaus aufschlussreich sein!) wichtiger ist.
In einer Checkliste werden ein oder mehrere Möglichkeiten präsentiert, die von den Befragten angekreuzt werden können.
Eine Auswahlliste ist ähnlich aufgebaut, wie eine Checkliste, lässt den Befragten jedoch nur eine Antwortmöglichkeit.
Die numerische Skala ist wohl die beliebteste Antwortkategorie. Es wird unterstellt, dass die Bezifferung der Skala in gewisser Weise ein Kontinuum darstellt und die Befragten dementsprechend antworten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, numerische Skalen aufzubauen.
Es werden Skalen mit gerader oder ungerader Einteilung und unterschiedlicher Länge verwendet.
Auch die Länge eine Skala (3-, 4-, 5-, 9-stufig oder noch differenzierter) ist für die Qualität der Ergebnisse nicht unerheblich.
Verwendet man zu wenige Stufen, kann bei den Interviewten der Eindruck entstehen, dass genau die Abstufung, die der persönlichen Einschätzung entspricht, nicht verfügbar ist.
Bei einer zu breit gespreizten Skala sind viele Befragte wahrscheinlich nicht mehr in der Lage, so differenziert zu antworten, wie es die Skala fordert.
Die Bezifferung ist ebenfalls variabel. Man kann Skalen z.B. von 1 bis 5 oder von 0 bis 4 oder von -2 bis +2 aufbauen. Die Art der Frage und der möglichen Antworten sollte die Entscheidung leiten.
Achtung: Manchmal sieht eine 0 am Anfang in der Auswertung nicht besonders gut aus, auch wenn er rein mathematisch genauso korrekt wäre wie die 1 als Anfangswert. Problematisch wird es nur dann, wenn fehlende Werte in der Auswertung wie eine 0 gewertet werden oder wirken.
Verbalisierte Skalen sehen wie numerische Skalen aus, nur dass statt der Zahlenwerte bestimmte Aussagen stehen.
Meistens wird angenommen, dass auch Antworten auf einer solchen Skala wie Antworten auf einem Kontinuum zu bewerten sind. Deshalb werden die Antworten bei der Erfassung der Daten häufig auch als Zahlen kodiert.
Eine Sonderform der Antwortmöglichkeit ist die kontinuierliche Skala. Da sie sehr große Differenzierungen erlaubt und recht schwer zu erfassen ist, wird sie eher selten verwendet.
Hier steht es dem Interviewten frei eine beliebige verbale Bewertung abzugeben.